Als Frau alleine Unterwegs

Ich werde immer wieder gefragt wie es ist als Frau alleine unterwegs zu sein. Deshalb berichte ich euch doch gerne über meine Erfahrungen.  

Ich habe durch meine Pfadfinderzeit bereits viele Erfahrungen gesammelt welche mir für meine jetzigen Abenteuer sehr helfen. Da die Pfadizeit aber einige Jahre her ist, war es mir wichtig meine ersten Übernachtungen draussen nicht alleine zu unternehmen. So habe ich mein Freundeskreis genutzt und war mit Bekannten/ Freunde unterwegs, welche bereits viele Erfahrungen haben. Dies gab mir Sicherheit. Sicherheit im Sinn von «Habe ich alles nötige Material dabei? Auf was muss ich achten wenn ich in der Wildnis übernachte?» Ich bin darin noch lange kein Profi. Ich weiss beispielsweise noch nicht wirklich in welche Richtung ich mein Zelt am idealsten aufstelle ( Wettertechnisch).

Winterzelten im Schnee ohne das ich wüsste wie das Zelt am idealsten stellen :)

Ich liebe es aber neue Erfahrungen zu sammeln und mein Wissen laufend zu erweitern. Hierbei helfen wir einerseits Tipps von anderen, aber auch meine eigenen Erfahrungen. Fehler machen gehört für mich auch dazu. Nach drei Übernachtungen draussen überkam mich der Drang nun meine erste Übernachtung alleine in Angriff zu nehmen. Den Blogbeitrag zu meinem Winterabenteuer findet ihr hier (https://www.survival.ch/survival.ch-magazin/). Ich war einige Tage bevor es losging doch leicht nervös. Allerdings hielt es sich in Grenzen, was mich selber mehr als erstaunt hat. Wie ich in meinem Bericht beschrieben habe, sobald ich unterwegs war, ist meine Angst verflogen und ich habe mich immer sehr sicher gefühlt. 

Grundsätzlich ist mein Naturell eher vorsichtig und ängstlich. Ich bin zudem sehr schreckhaft. Dies ist auch der Grund, dass ich nebst einem Pfefferspray auch ein GPS Tracker mit Hilferuf Funktion bei mir habe. Ob diese Gadget wirklich notwendig sind, darüber lässt sich sicher streiten. Aber ich fühle mich dadurch sicherer und das ist für mich die Hauptsache. Das ich einige Gramm mehr schleppe, ist mir eigentlich egal. Dieses spare ich dann beim Thema „Frauenprobleme unterwegs“ wieder ein.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich in der Stadt nach dem Ausgang überfallen werde, wohl deutlich höher. Sind wir realistisch, die Möglichkeit, dass jemand im einsamen Wald auf mich wartet um mich zu überfallen ist extrem gering. Zudem wissen nur meine enge Freunde sowie meine Familie wo ich gerade unterwegs bin.

Für meine lange Wanderung werde ich aber definitiv noch einen Selbstverteidigungs - Kurs  besuchen. Dies ist auch etwas was mir mehr Sicherheit geben wird.

Die Menschen, die ich unterwegs antreffe, erlebe ich alle als sehr hilfsbereit und offen. „Komische Gestalten“ treffe ich auf meinen Touren eigentlich nie an. Diese treffe ich dann wirklich eher in der Zivilisation.

Für meine Reise an den Fjällräven Classic bin ich schon jetzt aber deutlich nervös. Zum ersten Mal werde ich alleine im Flugzeug unterwegs sein und eine solche Reise ohne Begleitung in Angriff nehme. Während des Classics werde ich wahrscheinlich nicht alleine bleiben. Immerhin sind es 2000 Teilnehmer. Mit einigen habe ich dank Facebook bereits Kontakt. Trotzdem habe ich zeitweise noch ein mulmiges Gefühl. Immer wieder kommt der Gedanke ob es richtig war mich anzumelden. Es gibt kurze Momente an denen ich denke, dass meine Pläne nicht richtig sind. Ich habe Angst davor mich unterwegs in Lappland alleine und einsam zu fühlen. In diesen Augenblicken versuche ich dann einige Male ruhig durchzuatmen und an die Tipps und Tricks zu denken, welche ich von meinem Coach erhalten habe.  Es ist gut sich zu überwinden und sich seinen Ängsten zu stellen. Ich bin überzeugt die Erlebnisse in Schweden werden meine „Vorängste“ bei weitem übertreffen. Ich werde tolle neue Erfahrungen machen und sicher auch viele neue Menschen treffen, die dasselbe Hobby wie ich haben. 

Das oben erwähnte Coaching bei Alexandra (http://www.permanent-development.chhat mir sehr geholfen mit meinen Ängsten besser umzugehen. Ich bin mir bewusst geworden wie realistisch es ist, dass ich überfallen werde. Alexandra hat viel dazu beigetragen, dass ich weniger ängstlich bin. Die Angst findet in meinem Kopf statt. Wenn ich daran denke wie ich früher schon auf dem Feldweg im Dunklen grossen Respekt hatte und nun problemlos auch durch den Wald im Dunklen gehen kann, bin ich schon erstaunt über meine eigene Entwicklung. 

Meine Empfehlung ist die ersten Übernachtungen, wenn man sich unsicher fühlt, am besten in Begleitung macht. Irgendwann kommt der Drang nach einer Tour ohne Begleitung von alleine. Für mich war es auch wichtig mir selber nicht zu viel Druck aufzusetzen. Ich bin erst alleine losgezogen, als ich spürte, dass ich nun soweit bin.



So nun noch zu einem anderen wichtigen Frauenthema. Männer dürfen natürlich, auf eigene Verantwortung, gerne auch weiterlesen.

Natürlich war es bei mir so, dass bei meiner 2. Tour zwei Tage vorher meine Menstruation eingesetzt hat. Dies hat mich in dem Moment doch ziemlich gestresst. Die Vorstellung das ganze Material mitzutragen hat mich leicht genervt. Noch blöder natürlich anschliessend die gebrauchten Binden/Obs mit mir rumzutragen. Für 1-2 Tage würde dies noch gehen, aber was würde ich mache, wenn ich länger unterwegs bin und sich keine Möglichkeit anbietet meinen Abfall loszuwerden?

So habe ich mich entschieden doch die Menstruationstasse zu testen. Vor einigen Monaten war dies bereits in meinem Bekanntenkreis bereits ein Thema, damals habe ich mich noch geweigert, da ich es mir einfach nicht vorstellen konnte.

Ich habe die Tasse also gleich auf ihre Outdoorfähigkeit getestet und muss sagen ich bin absolut begeistert. Ich spüre die Tasse überhaupt nicht und sie lässt sich auch draussen problemlos leeren. Ich kann dies jeder Frau empfehlen. Ihr habt nur ein kleines Teil zum mitschleppen und die Tasse kann auch am unterwegs gut ausgekocht werden. Der Kocher ist ja sowieso dabei.

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