Grindelwald First- Bachalpsee- Axalp

Bachalpsee im Sommer

Ich wollte gerne nochmals im Sommer an den Bachalpsee. Im Winter haben wir ja bereits eine Wanderung von Grindelwald First bis zum Bachalpsee gemacht (Bachalpsee Winter)

Nun wollte ich den See aber noch im Sommer bei tollem Wetter besuchen. Tom und meine Mama würden mich begleiten. Tom hat sich vorgängig eine tolle Tour überlegt, die auch für Shila gut machbar sein sollte.

Wenn die Achillessehne nicht mitmachen will

Am Sonntag früh ging es dann los. In Interlaken wollten wir Tom treffen um dann gemeinsam mit dem Zug nach Grindelwald zu fahren. Das Wetter spielte dann leider nicht wirklich mit. Tolle, sonnige Fotos am Bachalpsee konnte ich mir also abschminken. Auch die Achillessehne von Tom wollte nicht mitspielen, so dass er uns leider nicht begleiten konnte.

Wahre Bergliebe ist, wenn man auch bei Regen in die Berge fährt

Wir liessen uns aber nicht abhalten und fuhren mit Zug und der Gondel auf die First. Trotz des mässig tollen Wetters waren erstaunlich viele Wanderer unterwegs; die meisten davon Touristen. Wir liefen bis an den Bachalpsee; hierfür benötigten wir ca. 50 Minuten. Geplant wäre es gewesen am See eine Pause zu machen. Da wir aber beide noch nicht wirklich Hunger haben und es am See sehr viele Touristen hat, laufen wir noch etwas weiter Richtung Faulhorn. Ein kurzer, aber zeitweise sehr steiler Anstieg erwartet uns. Kurz vor dem Faulhorn verlassen wir den Weg um Richtung Axalp zu laufen.




 

Abenteuerlust vs. Vernunft ?

Hier machen wir auch unsere Mittagspause mit Aussicht auf den See. Das Wetter wird immer ein bisschen schlechter. Ich mache mir da schon etwas Gedanken, ob wir wirklich bis zur Axalp laufen sollen. Als zwei Wanderer uns entgegenkommen, frage ich nach ob sie von der Axalp hier hinauf gewandert sind. Sie bestätigen dies und meinen dann gleich, dass dieser Weg für Hunde nicht machbar sei.

Unterwegs gibt es angeblich 2-3 sehr steile Stellen, die man nur auf allen vieren zurücklegen kann. Für mich ist der Fall bei dieser Aussage eigentlich klar, wir werden umkehren und die Wanderung irgendwann ohne Shila begehen. Ich bin sicher, dass meine Mama nach dieser Aussage die Wanderung nicht mehr machen will. Schliesslich ist sie die ängstlichere von uns beiden und ein eher vorsichtiger Charakter.

 
 

Aber anscheinend hat meine Mama, einige Monate vor ihrem 60gisten Geburtstag, noch die Abenteuerlust gepackt. Sie will nämlich die Wanderung trotzdem machen.

Ich bin ziemlich hin und her gerissen. Einerseits ist es eine rot-weisse Wanderung,  die mit einem T3 eingestuft ist. Soweit sollte es also für Shila machbar sein. Anderseits sieht es immer mehr nach Regen aus, dadurch könnte der Wanderweg auch rutschig werden. Ich lasse mich aber dazu überreden die Wanderung zu machen.

Ich bin dann aber eine Zeitlang recht «mötzelig» unterwegs und sage meiner Mama, dass ich keine Lust darauf habe die Rega kommen zu lassen und, dass sie im Notfall dann ohne Schlafsack und ohne Biwak übernachten dürfe. Normalerweise habe ich den Biwak immer dabei, aber natürlich ausgerechnet heute nicht.

Murmeli

Der Wanderweg führt unterhalb des Gassenhorn entlang Richtung Tierwang. Bisher ist der Wanderweg noch sehr leicht und problemlos begehbar. Nach dem Tierwang laufen wir über ein Feld und von den steilen Stellen ist weit und breit nichts zu sehen. Dafür kommen wir in den Genuss einige Murmeltiere zu beobachten. Hinter dem Feld geht nun der Wanderweg langsam aber stettig runter. Es kommen bereits einige Stellen, die etwas steil, aber problemlos zu meistern sind. Wir diskutieren schon darüber, ob der freundliche Herr wohl diese Stellen gemeint habe. Ich weiss aber, dass uns noch etwas anderes erwartet.

Kurz nach dem Schwarzdeewli laufe ich dann um den Felsen und da stockt mir schon kurz der Atmen.
Wer sieht das Murmeli?

 

Der senkrechte Abstieg

Für ca. 5 Meter geht es fast senkrecht abwärts. Ich frage mich wie Shila da runterkommen soll.  Aber Shila ist sich die Berge gewohnt. Ich beschliesse sie einfach mal machen zu lassen. Im Notfall kann ich immer noch eingreifen und sie abseilen falls nötig. Mein kleines «Berggeissli» meistert die Stelle aber problemlos. Nur das Warten bis wir Zwei-Beiner die Stelle gemeistert haben,  findet sie dann doof. Aber auch wir meistern den Abstieg langsam aber sicher. Natürlich darf der Fotobeweis auch nicht fehlen. Nur leider sieht es auf den Fotos meistens viel weniger dramatisch aus.
 

 

Erleichtert wandern wir weiter im Bewusstsein, dass uns noch 1-2 weitere solche Abschnitte erwarten. Es kommen noch einige Stellen die steil sind, aber glücklicherweise nicht so schlimm wie die Erste.

Schliesslich kommt dann nochmals eine sehr steiler Abstieg, der aber immerhin mit einem Seil versehen ist. Auch diesen meistern wir alle zusammen in gemütlichem Tempo, dafür unverletzt. Mama kann sogar noch lachen und für die Fotos posieren. Ich komme aus dem staunen kaum heraus. Meine Mama, die immer unter grosser Höhenangst litt, strahlt bei diesem Abstieg wie ein Honigkuchenpferd.

Wir begegnen noch anderen Wanderer, die alle staunen, dass wir diesen Weg mit dem Hund machen. Eine Frau macht uns dann im Gespräch darauf aufmerksam, dass das letzte Postauto auf der Axalp um 17:00 Uhr fährt. Daran habe ich natürlich nicht gedacht.


 

Übernachten auf der Axalp?

Wir sind kurz vor Oberberg und es sind noch gut 14 km bis zur Axalp. Da es aber immer noch ziemlich runter geht, sind wir nicht sehr schnell unterwegs. Ich muss meiner Mama sagen, dass wir ein bisschen schneller gehen müssen und überlege mir bereits welche Alternativen wir haben. Mit Hund ein Taxi zu bestellen ist ziemlich sicher unmöglich.

Trotzdem geniesse ich noch die tolle Sicht rund um mich herum. Im Oberberg hat es einige kleine Wasserfälle und ich nehme mir noch kurz Zeit um Fotos zu machen. Wir laufen entlang des Ochsenläger und erreichen nach einem weiteren Anstieg das Lütschentäli. Von hier aus ist der Weg bis zur Chüemad sehr flach und so kommen wir schneller voran. Kurz nach der Chüemad geht es aber erneuert ziemlich steil runter. Dieses Mal über Steinschotter, was das ganze sehr mühsam macht. Gerade Mama rutscht öfters auch. Auch Shila ist nun müde und will nur noch nach Hause.


 

Stolz auf die 2 Grosis

Die letzten 2km sind dann sehr kräftezerrend, aber wir schaffen es, 10 Minuten bevor das Postauto fährt, auf die Axalp. Meine Mama läuft inzwischen wie auf rohen Eiern und auch ich spüre meine Füsse und Beine.

 

 
Ich bin aber unheimlich stolz auf die zwei- und vierbeinigen Omas, die diese Wanderung so gut gemeistert haben. Eine einfache Wanderung war es sicher nicht. Belohnt wurden wir aber mit einer tollen Aussicht.







































 

Kommentare

  1. Luschtigi gschicht lg gruss vor 2 beinige oma

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